Wanderung Hochharz

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Wanderung im Hochharz

Die ca. 30 km lange Rundwanderung führt vom Lossendenkmal in einem Bogen zu den Oberen Zeterklippen. Am Anfang des Weges erhält man anschauliche Informationen zum Bergbau und zum Bahnunglück. Sobald man den Nationalpark Harz erreicht erlebt man Natur pur: schmale Wege, Leitern, Klippen, Aussichten und Moor. Auf dem Weg kommt man an sechs Stempel der Harzer Wandernadel vorbei. Insgesamt ist der Weg sehr zu empfehlen.

Hochharz Ottofelsen im Nationalpark
Hochharz Ottofelsen im Nationalpark

Mit dem Begriff „Hochharz“ kann man eigentlich nur den Brocken meinen. Touristisch wird er jedoch zunehmend mit dem Dreieck Torfhaus – Braunlage – Brocken genutzt, um sich vom vielfach irreführend genutzten Begriff „Oberharz“ abzugrenzen. Mein „Hochharz“ bezieht alle Berge über 900 m ü. NN ein. Denn damit haben wir einen interessanten, recht großen, zusammenhängenden Wanderbereich, der Nahe an der Waldgrenze des Harzes liegt und viele Felsformationen aufweist.

Diese Wanderung habe ich gegen 9:30 Uhr ca. 2 km südlich von Wernigerode an der L110 am Lossendenkmal begonnen. Wenn man ein kleines Stück den Waldweg am Denkmal vorbei fährt, kommt man auf einen kleinen Parkplatz. Hier beginnt ein Bergbaulehrpfad, der den Wandereinstiegt gleich interessant beginnen lässt.

Karl August Lossen

Lossendenkmal bei Wernigerode
Lossendenkmal bei Wernigerode

Der Geologe Lossen war Ende des 19. Jhd. Preußscher Königlicher Landesgeologe. Er hatte sich dem Harz zugewandt und erstellte im Jahre 1877 die erste geologische Karte des Harzes im Maßstab 1:100.000. Ihm zu Ehren hat man hier an der Einmündung des Thumkuhlentals ins Drängetal am 17. Oktober 1896 sein Denkmal aufgestellt. Zu Füßen des großen Obelisken sind kleine Stehlen aus allen Gesteinsarten des Harzes angeordnet.

Künste

Thumkuhlental Kunstrad am Bergbaulehrpfad
Thumkuhlental Kunstrad am Bergbaulehrpfad

Der Bergbaulehrpfad demonstriert die Übertragung der Wasserkraft über eine Wasserrad mit Kurbel – früher Kunstrad mit krummen Zapfen genannt -, ein Feldgestänge und Kunstkreuz. Der krumme Zapfen setzte die Rotation des Rades in eine Hin- und Herbewegung des Feldgestänges um. Letzteres verbanden über mehrere hundert Meter die Energiequelle mit dem Verbraucher, wie Pumpen oder Förderanlagen innerhalb der Grube. Auch Höhendifferenzen konnten damit einfach überwunden werden. Das Kunstkreuz lenkt die waagerechte Bewegungsrichtung des Gestänges in eine vertikale Bewegung um. Die vertikale Auf- und Abbewegung trieb im Grubengebäude die Pumpen und Fördereinrichtungen an.

Der Wortteil „Kunst“ würde man heute „Technik“ nennen.

In diesem Gebiet, das Hasseröder Bergbaurevier, wurde mit Unterbrechungen ab dem Jahre 1520 Silber, Wismut, Kobald und Buntmetalle abgebaut. Aufgrund eines Wassereinbruchs musste die letzte Grube im Jahre 1795 geschlossen werden.

Heute dienen die Stollen als Fledermausquartiere.

Harzquerbahn

Hochharz Denkmal zum Unglück der Harzquerbahn
Hochharz Denkmal zum Unglück der Harzquerbahn

Gleich nach dem Bergbaulehrpfad unterquert man die Harzquerbahn der HSB. Rechter Hand nach der Brücke steht, leicht erhöht, ein Denkmal. Es erinnert an das Eisenbahnunglück vom 6. Juli 1927. Nach einem Hochwasser war der Damm derart aufgeweicht, sodass er unter dem Gewicht eines Zuges nachgab und der Zug den Abhang herunterrutschte. Es starben 6 Menschen.

Die Harzquerbahn verbindet Wernigerode über Drei-Annen-Hohne mit Nordhausen. Sie wurde am 27. März 1899 eröffnet. Der Zug von Wernigerode zum Brocken hatte schon am 22. Dezember 1898 seinen Betrieb aufgenommen.

Wanderung

Hochharz Feuersteinklippe im Nationalpark
Hochharz Feuersteinklippe im Nationalpark

Nach dem Eisenbahndenkmal konnte ich ohne Kulturstops ungehindert wandern und die Natur genießen. Bevor man den Ottofelsen erreicht wird man bis zur Bergwacht vom Braunen Wasser begleitet. Der Ottofelsen befindet sich bereits im Nationalpark. Eine Leiter lädt ein, ihn zu besteigen. Da ich ein recht durchwachsenes Wetter hatte, war die Sicht kaum der Rede wert. Das gleiche galt leider bei fast allen weiteren Aussichtsstellen auf meinem Weg.

Nationalpark Moor nahe der Leistenklippe
Nationalpark Moor nahe der Leistenklippe

Besonders zu empfehlen sind auf dieser Tour die diversen Klippen (Ottofelsen, Leistenklippe, Große / Obere Zeterklippe), die i.d.R. über Leitern zu erklimmen sind und bei guten Wetter eine weite Sicht über die Harzwälder bieten. Die Feuersteinklippe und Sonnenklippe kann man mit etwas Geschick und Fitness selber besteigen.

Auf dieser Tour kann man sechs Stempel der Harzer Wandernadel – Nr. 85 Am Bergbaulehrpfad, Nr. 27 am Ottofelsen, Nr. 23 Molkenhausstern, Nr. 10 Große / Obere Zeterklippen, Nr. 13 Ahrensklint, Nr. 15 Leistenklippe – einsammeln.

Venedigerstein / Mönchstein bei Schierke - Wikipedia Olaf Meister
Venedigerstein / Mönchstein bei Schierke – Wikipedia Olaf Meister

Im Film hatte ich angekündigt, dass ich mir den Venedigerstein / Mönchstein ansehen wollte. Das wäre noch ein Abstecher von 3 km gewesen. Ich musste zu dem Zeitpunkt jedoch schon feststellen, dass die Zeit nicht reichen würde. Meine Ankunft am Auto lag jetzt schon weit nach Sonnenuntergang. Also habe ich für eine weitere Wanderung hier noch ein Ziel. Ein weiteres Ziel wäre, einige Aufnahmen von der Harzquerbahn zu machen, wenn sie den Thumkuhlentunnel verlässt.

Nach den fast 30 km hatte ich das Auto, eine Stunde später als geplant, um 17:00 Uhr wieder erreicht. Eine halbe Stunde ging mir gleich zu Beginn der Wanderung verloren, als ich vergeblich nach dem Einstieg in der Bergmannsstieg gesucht habe. Enttäuscht musste ich einen Stück der Weges wieder zurückgehen. Auch das Wetter hat Zeit gekostet, da ich bei teils starkem Regen Schutz suchen musste.

Hinweis

Und abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass es auf der gesamten Strecke keinen Funkkontakt mit dem Handy gibt.

Hochharz Höhenprofil 600 Hm
Hochharz Höhenprofil 600 Hm

 

 

 

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