Waldgaststätten

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Die Waldgaststätten im Harz sterben

Grosser-Knollen
Grosser-Knollen

Die Waldgaststätten sind bedrohte Inseln im Harz. Es bedarf viel Enthusiasmus und Engagement, um diese teils weit ab der Straßen liegenden Wandergaststätten zu betreiben. Altersbedingt geben in naher Zukunft viele Betreiber ihre Arbeit auf. Neue Pächter lassen sich kaum finden, da es kaum eine finanzielle Perspektive gibt, und neue Bauvorschriften den Wechsel erschweren.

Infrastrukturinseln im Harz

Steinerne-Renne
Steinerne-Renne

Während oder nach einer langen Wanderung / MBT-Tour freuen sich Wanderer und Mountainbiker wenn sie eine Waldgaststätte, auch Wandergaststätte genannt, ansteuern können. Es sind die

„Inseln im Harzer Wald“. So titelte jüngst ein Artikel in der Zeitschrift „DER HARZ“. Sie sind fast alle den Einheimischen und auch den Touristen wohl bekannt. Entstanden sind sie zum Teil aus den Zechenhäusern der Bergwerke oder wurden am Ende des 19. Jahrhunderts vom Harzklub gegründet. Einige betreibt er bis heute; so z.B. den Albertturm bei Bad Grund oder den Maaßner Gaipel bei Lautenthal.

Hanskühnen-Burg auf dem Acker
Hanskühnen-Burg auf dem Acker

Es besteht die konkrete Gefahr, dass diese Waldgaststätten, auch Wandergaststätten, im Harz sterben. Aus Altersgründen und wegen fehlender Perspektiven werden voraussichtlich immer mehr Betreiber ihr Engagement einstellen. Denn es bedarf viel Enthusiasmus, um die meist abseits der Straßen liegenden Gaststätten zu unterhalten. Beim Wechsel der Betreiber greifen nicht selten neue Vorschriften, die eine umfangreiche Erneuerung der Wasser- und Energieversorgungsanlagen erforderlich machen. Auch aus diesem Grunde ist z.B. der bekannte „Auerhahn“ zwischen Goslar und Hahnenklee seit Jahren geschlossen, obwohl sich hier auch einer der Einstiegsparkplätze des Liebesbankweges befindet. Seit Jahren ist auch das Spiegeltaler Zechenhaus bei Wildemann nicht mehr geöffnet.

Ideen und Hilfe

Den Turnaround dagegen hat offensichtlich die Marienteichbaude geschafft. Vor einigen Jahren war sie in einem jämmerlichen Zustand, heute ist sie durch professionelle Hilfe und einen neuen Betreiber wieder sehr beliebt. Einige Wandergaststätten bieten inzwischen Ladestationen für E-Bikes und Reparaturwerkzeug für Fahrräder an.

Die neuen „Almen“ gehören nicht dazu. Denn die gab es im Harz gar nicht und mir ist keine auf Alm endende Gaststätte bekannt, die der Wander- und Bike-Infrastruktur dient.

Daher unsere Bitte: besucht auf eurer Outdoor-Tätigkeit die altbewährten Waldgaststätten.

Diese Inseln gehören zum Harz!

 

Nachfolgend eine sicherlich nicht vollständige Liste der Waldgaststätten:

  • Bahnhof Stöberhai bei Wieda
  • Berggasthof Ravensberg bei Bad Sachsa
  • Bismarckturm bei Bad Lauterberg
  • Brockenwirt auf dem Brocken
  • Dombrowsky´s Baude bei Bad Lauterberg
  • Großer Knollen nahe Herzberg und Bad Lauterberg
  • Hanskühnenburg auf dem Acker
  • Wanderbaude Haus Einhorn bei Herzberg
  • Hohnehof des Nationalparks bei Drei Annen Hohne
  • Iberger Albertturm in Bad Grund
  • Kästehaus zwischen Oker und Bad Harzburg
  • Maaßner Gaipel bei Lautenthal
  • Molkenhaus bei Bad Harzburg
  • Plessenburg im Dreieck Wernigerode – Ilsenburg – Brocken
  • Polsterberger Hubhaus bei Clausthal-Zellerfeld
  • Rabenklippe bei Bad Harzburg
  • Rangerstation Scharfenstein nahe dem Eckerstausee
  • Rehberger Grabenhaus bei St. Andreasberg
  • Rinderstall zwischen Braunlage und St. Andreasberg
  • Rodelhaus bei Braunlage
  • Schlossberghütte Scharzfeld bei Bad Lauterberg
  • Steinerne Renne bei Wernigerode
  • Touristensaal auf dem Brocken
  • Waldcafé Forellenteich bei Braunlage

Wir vervollständigen die Liste gerne. Vor allem fehlen noch Gaststätten aus dem Unterharz.

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