Test dreier Videomikrofone

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Test dreier Videomikrofone

Es wurden drei preiswerte Videomikrofone getestet, die weniger als 90,00 € kosten. Insgesamt ist das Pixel MC-50 unser Favorit geworden, obwohl es die schwächste Nieren-Charakteristik aufweist. Alle Mikrofone bieten eine bessere Tonwiedergabe als das der Kamera.

Test drei preiswerte Videomikrofone
Test drei preiswerte Videomikrofone

Wir haben die drei Videomikrofone „Pixel MC-50“, „Rode Videomic Rycote“ und „Takstar SGC-598“ für unseren Einsatzgebiete getestet. Wir filmen vorwiegend in der Natur, selten in (Klein-)Städten. Die Umweltgeräusche sollen aufgezeichnet werden, wobei die Sprache klar und verständlich bleiben muss.

Die Bauform soll die Nutzung des Kamerasuchers nicht verhindern, da wir durchaus aus der Hand filmen. Die Handhabung soll möglichst übersichtlich und einfach sein. Insbesondere muss die Status-LED auch bei Sonnenschein klar erkennbar bleiben. Eine Signalverstärkung soll möglich sein, um es in leiser – windstiller Wald – als auch in lauter Umgebung – Wasserfall oder Innenstadt – nutzen zu können. Entsprechend erwarten wir ein geringes Rauschen. Es soll sich nicht um ein reines Richtmikrofon handeln, da wir die Umgebungsgeräusche aufzeichnen wollen.
Der Klang soll möglichst satt und naturgetreu übertrage werden.

Die drei Mikrofone wurden an einer Sony RX10 M2 und für den Rauschvergleich auch am Tascam DR05 angeschlossen. Wir haben keine technischen Messungen durchgeführt, sondern nur möglichst gleich laut gesprochen und gut zugehört.

Alle drei Mikrofone werden mit einer eigenen Batterie betrieben. Das Pixel MC-50* benötigt 2*AA-Typen, das Takstar SGC-598*  eine vom Typ AA und das Rode Videomic Rycote* einen 9V-Block. Damit belasten sie zwar den Akku der Kamera nicht, allerdings muss man darauf achten, sie auch einzuschalten.

Signalverhalten

Nieren-und Frequenzgang der drei Videomikrofone
Nieren-und Frequenzgang der drei Videomikrofone

Das Frequenzverhalten und die Nieren-Charakteristik zeigen die Diagramme der Firmen. Den Einfluss des LowCut-Filters geben Rode und Pixel mit den gestrichelten Kurvenverläufen um 100 Hz an. Takstar äußert sich dazu leider nicht.

Wie das Diagramm des Rodes schon zeigt, ist die aufgezeichnete Sprache bei der 0 dB–Einstellung am höchsten ( Rode: 0 dB @ 1 kHz, Takstar: -32 dB @ 1kHz, Pixel: -40 dB @ 1kHz ). Die beiden anderen Mikrofone bieten per Schalter eine Verstärkung um + 10dB, die das Sprachsignal kräftiger verstärken, als das Rode bei 0dB

Unsere Sprachtests bestätigen die Nieren-Charakteristiken der Mikrofone. Takstar registriert die Sprache frontal und seitlich in etwa gleich, während das Signal von hinten stark unterdrückt wird. Rode unterdrückt dagegen das seitliche Signal stark, das rückwärtige etwas. Das Pixel registriert den Ton von vorn nach hinten gleichmäßig abnehmend.

Das Rode liefert den sattesten und natürlichsten Klang, während die anderen etwas dünn wiedergeben.

Das Rauschen war am Tascam-Recoreder etwas leiser als an der Kamera RX10. Der Unterschied in der Rauschstärke der Mikrofone untereinander blieb jedoch gleich.

Handhabung und Bauform

Die Bauform des auf die Kamera montierte Pixel erlaubt es, den Sucher der Kamera zu nutzen.Die anderen Mikros stehen dagegen nach hinten zu weit über.

Test Video-Mikrofon Pixel
Test Video-Mikrofon Pixel

Das Pixel lässt sich insgesamt gut bedienen. Die beiden Schalter sind übersichtlich angeordnet, die beiden Status-LEDs sind groß und gut erkennbar, das Batteriefach lässt sich gut öffnen und schließen. Es besitzt zwei Schalter für Aus/Ein/Ein+LowCut und für -10dB/0dB/+10dB. Eine LED zeigt den Betriebszustand, die andere eine Übersteuerung. Ein doppelter Z-Weichplastikfuß entkoppelt das Mikrofon mechanisch von der Kamera. Das Mikro kann sowohl auf einen Blitzschuh als auch per 1/4“-Metallgewinde auf eine Stativ montiert werden.

Test Video-Mikrofon Takstar
Test Video-Mikrofon Takstar

Das Takstar baut auf der Kamera zu weit nach hinten über, um den Sucher nutzen zu können. Drei Zweistufenschalter ( Aus/Ein, 0/LowCut, 0dB/+10dB ) sind gut zu bedienen. Die Status-LED ist Rückseitig angeordnet aber recht schwach. Das Batteriefach lässt sich nur mit Geduld ordentlich schließen. Eine Gummispannung entkoppelt das Mikro von der Kamera. Ersatzgummis werden mitgeliefert. Man kann es sowohl auf einen Blitzschuh als auch per 1/4“-Kunststoffgewinde auf ein Stativ montieren.

Test Video-Mikrofon Rode
Test Video-Mikrofon Rode

Das Rode baut ebenfalls recht weit über die Kamerarückseite und verhindert die Nutzung des Kamerasuchers. Auf der Rückseite befindet sich der Aus/Ein/LowCut Schalter und die recht kleine und schwache Betriebs-LED.

Rode-DIL-Schalter
Rode winzige DIL-Schalter tief im Schacht

Im Batteriefach lassen sich zwei winzige DIL-Schalter betätigen, die das Signal von 0dB über -10dB auf -20dB herunter steuern. Sie lassen sich nur bei entfernter Batterie und mit Werkzeug, wie Pinzette, Messer o.ä., bedienen. In der Regel genügt es sicherlich, den Pegel einmalig an seine Kamera anzupassen. Aber manchmal kommt es eben auch anders. Die mechansche Entkopplung erfolgt über eine eindrucksvolle Rycote Lyre Halterung. Das Mikro wird ebenfalls auf der Blitzschuh montiert.

Die Vorstellung der Mikrofone und deren Test findet man auf YouTube https://youtu.be/yvaOtFdksfM

 

Fazit

  • Mein Favorit ist nach meinen Kriterien das Pixel MC-50. Es ist einfach zu handhaben, erlaubt die Nutzung des Suchers und hat eine leichte Richtcharakteristik.
  • Wem ein satter Klang (bei Musik) viel bedeutet, Wert auf eine starke Richtwirkung legt und die Signalabschwächung nicht verändern braucht, dem wird eher das Rode Videomic Rycote zusagen.
  • Zum Takstar SGC-598 würde ich greifen, denn mir die Richtwirkung wichtig wäre und ich den Kamerasucher nicht nutzen will.

 

Meine persönliche Bewertung zeigt die nachfolgende Tabelle.

Kriterium Pixel MC-50 Rode Videomic Rycote Takstar SGC-598
Bauform 1 0 0
Handhabung 3 0 2
Signalverstärkung 3 2 2
Rauschen 0 dB 3 2 1
Frequenzgang
Niere 1 2 2
Klang 1 2 1
Summe 12 8 8
ca. Preis 12/2017 44,00 € 88,00 € 33,00 €

Aktuelle Preise*

 

weitere Fotos: auf G+

Hinweise

Vergleich Feldrekorder „Zoom H1“ und „Tascam DR-05V2“

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