„St.-Salvatoris-Kirche“ in Clausthal-Zellerfeld

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St.-Salvatoris
HKFoto: St.-Salvatoris

Der Grundstein der St.-Salvatoris-Kirche wurde 1675 gelegt, nachdem ihre Vorgängerin im Jahre 1672 nach einem verheerenden Brand zusammen mit 54 Häusern vernichtet wurde. Da der Kirchenneubau sich dem schachbrettartigem Neuaufbau des Stadtteils anpassen musste, ist sie nicht, wie üblich, genau nach Osten ausgerichtet. Das aus Grauwacke und Sandstein errichtete Gebäude wurde schon 1683 eingeweiht. Zu der Zeit war Zellerfeld – Clausthal und Zellerfeld wurden erst im Jahre 1924 zusammengelegt – die Hauptstadt des Communion1-Oberharzes.



Das Gebäude

Bis 1863 war die Kirche eine Saalkirche mit Holztonnengewölbe. Damit die Gemeinde sich möglichst nahe an Kanzel und Altar befand, wurde beides vor dem südöstlichen Kreuzflügel aufgestellt. Somit konnten die Kirchenbänke dreiseitig davor aufgebaut werden. Architektonisch muss dann die Länge des Querhauses (Querschiff) ähnlich der des Langhauses (Mittel- und Seitenschiffe) sein. Damit wurde sie zu einer Querkirche. Im Jahre 1864 wurde sie in eine dreischiffige, siebenjochige Hallenkirche mit einem neugotischen Kreuzrippengewölbe umgebaut.

St.-Salvatoris
HKFoto: St.-Salvatoris

Im Jahre 1954 baute man eine Winterkirche ein.

Details und Personen

Die Zellerfelder Glucke mit ihren Küken,
Die Zellerfelder Glucke mit ihren Küken,

Die Zellerfelder Glucke mit ihren Küken, die oberhalb des Eingangsportals dargestellt ist symbolisiert Matth.23,37: „ Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Kücklein unter ihren Flügeln.

 

Holzkreuz
HKFoto: Holzkreuz

Der Tübke-Altar ersetzt jetzte 1997 das schlichte Holzkreuz, das  jetzt links bei den Grabplatten des Ehepaars Katharina (1662-1702) und Caspar (1650-1725) Calvör steht.
Werner Tübke aus Leibzig stellte nach 3-jähriger Arbeit diesen Altar (B / H: 4m / 4,2m) im Jahre 1997 fertig. In der Passionszeit ist der Altar geschlossen, sonst, wie jetzt, ist er geöffnet. Hinter dem Altar befindet sich der Zugang zur Winterkirche

Das größte Werk von Werner Tübke ist das Monumentalgemälde des Bauernkrieges in Bad Frankenhausen.

Grabplatten des Ehepaars Katharina und Caspar Calvör.
HKFoto: Grabplatten des Ehepaars Katharina und Caspar Calvör.
Kronleuchter
HKFoto: Kronleuchter

Ihre Gräber lagen ursprünglich in der Mitte der Kirche unter dem von Caspar Calvör gestifteten Kronleuchter. Ihrer Gebeine wurden 1954 in den Altarraum umgebettet. 

Der Taufengel
HKFoto: Der Taufengel

Der aus Lindenholz geschnitzte, schwebende Taufengel wurde vom Calvörs Schwiegervater, Herr Wiechmann einem Zehntner ( in Bergbauregionen ein Finanzbeamter) , gestiftet. Er lag lange Zeit  auf dem Kirchenboden bis Zellerfelder Bürger genügend spendeten, um ihn seit dem Jahre 2000 hier wieder für Taufen nutzen zu können. Bei einer Taufzeremonie versammelt sich Beteiligten um den Taufengel, der zu dem Zweck herabgelassen wird.

 Caspar Calvör war über 33 Jahre Pastor und Superintendent der Kirchengemeinde bzw. des Communion Oberharzes. Einen Namen machte er sich im wesentlichen mit dem Schreiben und Sammeln von Schriften und Büchern. Die Calvör Bibliothek befindet sich heute als Leihgabe in der Universitätsbibliothek der Bergstadt. Seine letzten 15 Jahre arbeitet er im zum Grubenhagener Fürstentum gehörigen Ort Clausthal.

Henning Calvör, ein jüngerer Verwandter, gilt als geistiger Vater der späteren Bergakademie in Clausthal.

Georg Philipp Telemann war für 4 Jahre zur Erziehung C. Calvör anvertraut.

Fehlguss einer Totoenglocke.
Fehlguss einer Totenglocke.

Dieses Totenglocke und war ( wohl ) ein Fehlguss. Da Rohstoffe in Kriegszeiten (1917) rar waren, hat man sie behalten.

Sage

Ein armer Bergmann wollte auch für den Kirchenbau spenden. Er ging mit einer Blechhenne in den Wald, um Pilze und Beeren zu sammeln. Nachdem er vergeblich gesucht hatte, kam er erschöpft und enttäuscht zurück und stelle sein Gefäß auf den Tisch. In dem Moment öffnete sich der Boden der Blechhenne und ganz viele Goldtaler fielen heraus. Sie waren geformt wie kleine Küken. So konnte er glücklich seine Spende beitragen.

Weitere Fotos zu St. Salvatoris


¹) Communion Harz

Das Gebiet der Bergstädte Zellerfeld, Grund, Wildemann und Lautenthal wurde von 1635-1788 von Braunschweig (3/7 Anteile) und Hannover (4/7 Anteile) gemeinsam verwaltet. Es fiel ab 1788 an Hannover.  Bis dahin stand dazu im Gegensatz der „Einseitiger Harz“; er umfasste die Bergstädte Clausthal, Altenau und St. Andreasberg und unterstand Hannover.

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