Rundwanderung um den Sösestausee

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Unsere Wanderung führte uns letztens um den Sösestausee herum. Wir sind, man sollte es als Goslarer kaum glauben, noch nie um den nur 34 km entfernten See gewandert. Das wurde jetzt Zeit und wir haben es geschafft.

Blick über den Söse-Stausee
Blick über den Söse-Stausee

Planung

Die Rundwanderung um den Sösestausee wurde, wie immer, mit Hilfe der Software „Basecamp“ von Garmin vorbereitet. Am Südufer zeigt die Karte nur einen sinnvollen Weg, der parallel zu See und ohne nennenswerte Höhenunterschiede verläuft. Auf der Nordseite existiert ein ähnlich gearteter Weg. Da wir aber im Mittelgebirge sind, sollten auch ein paar Höhenmeter dabei sein. Also haben wir einen größeren Bogen gewählt, der 200 Höhenmeter abverlangte. Das ist nicht viel, aber immerhin. Die gesamte Tour beträgt damit knapp 13 km.

Stock und Stein
Felsnische im Wurzelfenster

Dann war noch der Startpunkt festzulegen. Es existieren 2 ½ Park­möglichkeiten. Der eine befindet sich am Staudamm des Sees (die Talsperre). Der zweite liegt im Norden des Vorsperren-Dammes, also am oberen Ende des Stausees, und der „Halbe“ gleich gegenüber, am Südende des Vorsperren-Dammes.

Wir haben uns für den nördlichen °Parkplatz am Vorsperren-Dammes  entschieden. Denn wir wollen gleich zu Beginn die Steigung nehmen.

° Parkplatz am Vorsperren-Dammes
° Parkplatz am Vorsperren-Dammes

 

Wanderung

Der Himmel war bedeckt, Regenschauer waren angesagt. Dennoch haben wir entschieden, uns – bis auf einen kleinen Schirm – nicht auf Regen einzustellen. Also wird zunächst mit 18% Steigung über 700m kräftig bergan gestiegen. Erschwerend kam hier hinzu, dass auf dem ersten Wegabschnitt Holz gerückt wurde. Dem entsprechend sah der Weg aus: durch Kuhlen und Matsch, über Zweige, Äste und Baumstämme. Weiter oben war es dann wieder ein einfacher Forstweg. Ausgeschildert war das „Mangelhalber Tor“. Vom Namen war es mir bekannt, jedochhatte ich keine Vorstellung davon. Es ist, wie sich herausstellte, eine alte Forstbezeichnung, die tatsächlich auf ein Zauntor zurückzuführen ist.

Mangelhalber Tor

Mangelhalber Tor
Das Mangelhalber Tor

Im 19. Jht. war der Ort Lerbach, der sich unter uns, von hier noch nicht sichtbar, befindet, vollständig mit einem 20km langen Wildgatter eingefriedet. Es sollte die Wiesen und Felder vor den Waldtieren sichern. Eins der wichtigsten Durchlässe war das „Mangelhalber Tor“. Heute steht hier an der Wegespinne eine Nachbildung des Tor-Rahmens, eine kleine Hütte – mehr ein Unterstand mit Sitzgruppe – und einige Holzfiguren.

Blick vom Körnigseck über den Gipsbruch ins Harzvorland
Blick vom Körnigseck über den Gipsbruch ins Harzvorland

Wir hatten hier den höchsten Punkt (530m üNN) unserer Wanderung erreicht und ein Picknick eingelegt. Hätten wir gewusst, dass in unweiter Entfernung zwei lohnenswerte Aussichtspunkte mit Bänken folgen, wären wir zunächst weiter gewandert.

Bis hierhin waren wir auf einem Teilstück des 60km langen Försterstieg unterwegs. Er verläuft von Goslar bis zum hier nahe liegenden Ort Riefensbeek-Kamschlacken. Sein Logo ist das Eichenblatt, das man auf den Wegeschildern des Harzklubs und seinen kleinen Wegemarkierungen zu finden ist.

Buch des Harzer-Hezen-Stieges
Buch des Harzer-Hezen-Stieges

Seit einigen Metern sind wir hier auch auf dem BaudenSteig und dem Harzer-Hexen-Stieg unterwegs. Beiden folgen wir leicht bergab und bergauf bis zum Elselsplatz. Auf dem Weg dorthin passiert man zwei sehr schöne Aussichten. Zunächst schaut man am Marienblick hinab ins Tal des Lerbaches und zum Mühlenteich des gleichnamigen Ortes. Hier bittet das Hexenstieg-Buch um einen Eintrag. Etwas weiter, ist ein Bilderrahmen aufgestellt, durch den man über die Osteroder Gipsbrüche weit hinaussehen kann. An beiden Punkten stehen Bänke, die zum Verweilen einladen.

Eselsplatz

Eselsplatz
Der Eselsplatz

Der Eselsplatz ist ebenfalls einen alte Forstbezeichnung. Es ist der Pass des aus dem 13. Jht. Stammenden Handelsweges „Hundscher Weg“ zwischen dem Ort Lerbach und dem Fluss Söse. Hier zogen die Esel-Karawanen von Osterode in den Oberharz. Der Ort Lerbach ist eine mittelalterliche Siedlung der Fuhrleute. Sie haben aus dem Oberharz das Erz herunterbefördert und auf dem Weg nach oben die Lebensmittel, vor allem Getreide, mitgenommen. In Osterode ist noch das Harzer-Kornmagazin aus dem Jahre 1722 erhalten. Es konnte für den Winter 2.000 t Getreide bereit halten.

Am Eselsplatz stehen zwei Holzesel zum Reiten bereit, eine Hütte mit Sitzgruppe und eine nicht begehbarer Köte. Diverse Holzfiguren zieren den Platz. Hier steht auch der Stempelkasten Nr. 140 der Harzer Wandernadel.

Wir haben hier kurz inne gehalten, haben den Harzer-Hexen-Stieg verlassen und sind dem BaudenSteig steil bergab zur Sösetalsperre gefolgt.

Sösetalsperre

Am Staudamm hat eine Würstchenbude ebenso geöffnet wir Toiletten. Rein und raus in einem Satz!

Vom Damm hat man von mehreren Bänken einen weiten Blick über den Stausee und zur anderen Seite über das Ausgleichsbecken bis in den Vorharz. Diese älteste (1931) Talsperre neuer Bauart des Westharzes versorgt die Region Hannover und die Städte Göttingen und Bremen mit Trinkwasser.

Blick zum Damm der Vorsperre
Blick zum Damm der Vorsperre

Am Ostende des Dammes führen einige Stufen und eine Fahrradschiene hinauf zum Parallelweg.

Hier bieten sich einige Aussichten und Bänke zum Verweilen ein. Überwiegend verhindert ein schmaler Waldstreifen jedoch den Blick auf das Wasser.

Fazit

Der ca. 13km lange Rundweg um den Sösestause hat aus jeder Richtung einen ca. 700m langen steilen Anstieg. Man geht überwiegend auf geschotterten Forstwegen, entlang des Stausees ist er asphaltiert, und ein wenig auf Wanderpfaden. Sitzbänke stehen nur an den oben benannten Orten. Das Wald besteht aus Hoch- und Niederwald, überwiegend Forstfichtenbeständen und einige Buchenwaldabschnitten. Aussichten findet man wenige. Highlights sind das „Mangelhalber Tor“, der Eselspaltz und die Sösestaumauer.

13km lange Rundweg um den Sösestause
13km lange Rundweg um den Sösestause

Die Tour ist auch für MTB geeignet.

Wir halten ihn für mittelmäßig empfehlenswert. Man war aber auf den drei bekanntesten Themenwegen des Harzes unterwegs.

Sösestausee - Höhenprofil
Sösestausee – Höhenprofil

Weitere Fotos
Route auf G-Maps und Download

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