Braunlage, die Trinitatiskirche

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Trinitatiskirche

Ansicht der Trinitatiskirche in Braunlage
Ansicht der Trinitatiskirche in Braunlage

Die neugotische Trinitatiskirche ist ein typischer Harzer Fachwerkbau. Insbesondere im Innenraum erzielt er seine eindrucksvolle Wirkung. Die Kirche ruht auf eine Sockel aus Harzer Granit.

Diese Kirche hatte zwei Vorgängerinnen.

Geschichte

Schiff der Trinitatiskirche in Braunlage
Schiff der Trinitatiskirche in Braunlage

Die erste Kirche aus dem Jahre 1602 stand einige Meter weiter östlich und wurde 1657 erweitert. Einige Teile des Inventars sind heute im nahe gelegenen Heimatmuseum zu besichtigen. Andere, wie der Kelch und der Hostienteller (Patene) werden heute noch genutzt.

Die zweite Kirche wurde 1714 geweiht. Ihr neuer Dachreiter nahm die eiserne Glocke der ersten Kirche auf. Es stellte sich jedoch heraus, dass er ihren Schwingungen nicht standhalten würde. Deshalb hängte man sie wieder in den Turm der alten Kirche. Im Jahre 1886 riss man die Kirche wegen Baufälligkeit ab. Ihr Taufstein von 1884 wird heute noch genutzt. Anderes Inventar wird in der Friedhofskapelle von 1911 wieder verwendet.

Die heutige Trinitatiskirche wurde zwischen 1887 und 1889 im Historismus erbaut. Der Fachwerkbau ist außen holzverschalt und innen sind die Fachwerke mit Klinker ausgemauert. Damit empfinden die Besucher eine besondere, heimelige Atmosphäre.

Die ehemalige Braunlager Glashütte fertigte und stiftete die Fenster im Altarraum.
Die mechanische Kirchturmuhr wurde 1925 in Bockenem gefertigt. Sie wird heute noch von Hand aufgezogen.

Inventar

Kronleuchter aus 1905
Kronleuchter aus 1905
alte Glocke der Trinitatiskirche in Braunlage
alte Glocke der Trinitatiskirche in Braunlage

Der auffällige Kronleuchter hat 1905 die Kerzenbeleuchtung ersetzt. Denn erst dann kam die Elektrizität nach Braunlage. Der Baumeister der Kirche, H. Gebhard, entwarf auch den Kronleuchter, der in der Kunstschlosserei Döpping in Blankenburg angefertigt wurde.

Zunächst wurden drei Glocken aus der Vorgängerin übernommen. Sie fielen für Rüstungszwecke dem ersten Weltkrieg zum Opfer. Im Jahre 1920 konnten drei neue Glocken angeschafft werden. Der Krieg forderte im Jahre 1942 wiederum die große Glocke. Die kleine Glocke hängt bis heute im Turm. Ihr zur Seite kamen in den 1950ern zwei größere als Leihgabe. Eine verrichtet ihren Dienst weiterhin, die andere kann im Altarraum besichtigt werden.

Die mit dem Kirchenbau angeschaffte Orgel wurde seitdem mehrmals umgebaut. Sie hat nun ca. 850 Pfeifen. Das Orgelprospekt spiegelt das neugotische Motiv der Lanzettfenster – schlankes Fenster mit einem überhöhten Spitzbogen – wider.

Passend zum Fachwerkbau sind auch der Altar, die Kanzel und der Taufstein aus Holz gefertigt.

Erwähnenswert sind die Taufschale und die Taufkanne. Ihre Vorgänger wurden, wie die Glocken im Krieg eingezogen. Um so bedeutender ist das Rohmaterial der heutigen Exemplare. Man fertigte überwiegend aus amerikanischen Geschosskartuschen die neuen mit der lateinischen Inschrift: Metall, zum Töten bestimmt, dient nun zur Aufnahme in die Gemeinschaft mit Christus, der uns zum Frieden verhelfen will

Veranstaltungen

In der Kirche finden übers Jahr immer wieder musikalische Veranstaltungen statt. Insbesondere ist sie, neben dem Konzertraum im Sanatorium Dr. Barner, ein besonderer Ort für die alljährlichen Maikonzerte in Braunlage.

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